Lokal-Sport - Artikel vom 28.08.2001

Vierte Auflage bescherte Rekord

Annähernd 500 Starter zeigten sich von „idealem Rundkurs“ angetan – Hohe Temperaturen drückten auf die Leistungen

SCHOTTEN (sw). Annähernd 500 Starter wollten beim Schottener Stauseelauf dabei sein. Dies bedeutete bei der vierten Auflage neuen Teilnehmerrekord. Die Veranstaltung des TGV Schotten hat sich damit zum größten Laufevent in der Oberhessen-Region entwickelt. „Das hat wohl in erster Linie mit dem idealen Rundkurs um den See zu tun, viele Teilnehmer äußern sich immer wieder begeistert über die Strecke“, bilanzierte TGV-Lauf-Abteilungsleiter Stefan Weil. Immerhin, der Deutsche Leichtathletikverband hat die Schottener Organisatoren mit der örtlichen Ausrichtung der Deutschen Straßenlaufmeisterschaften beauftragt, die am 23. März kommenden Jahres am Stausee ausgetragen werden. Die diesjährigen Sieger des Stauseelaufes hießen über die 5000-Meter-Distanz Lienhard Hersel (SSC Hanau-Rodenbach) und Natascha Schmitt (LG Eintracht Frankfurt), über 10000 Meter dominierten Markus Unsleber (DJK Hammelburg) und Martina Maul (Offenbacher LC) und als Halbmarathon-Sieger trugen sich Thomas von Keitz (Vulkanläufer) und die mehrfache Hessenmeisterin Claudia Hille (TuS Griesheim) in die Ergebnislisten ein. Läufer und Läuferinnen aus der deutschen Spitzenklasse waren diesmal nicht am Start, doch dies tat dem sportlichen Wert des Laufreigens keinen Abbruch.
Für viele Starter war – insbesondere der Halbmarathonlauf – ein willkommener Test für die anstehenden großen Stadtmarathons, bei denen nach Berlin (30. September) und Köln (7. Oktober) der Frankfurt-Marathon am 28. Oktober den Höhepunkt aus hessischer Sicht darstellt. Leistungsmindernd drückten allerdings die hochsommerlichen Temperaturen mit über 30 Grad auf die Ergebnisse. Erst in der zweiten Hälfte des Halbmarathons über 21,1 Kilometer „kühlte“ es etwas ab. „Auf der gegenüberliegenden Seite war es wie im Backofen" stöhnte etwa Gernot Leschinger am Ende der vier Runden. Der Echzeller Wannkopläufer gehörte nach der ersten Runde zu einer kleinen Spitzengruppe, zu der auch sein Vereinskamerad Tilo Heller, Björn Feierabend (TV Burgsolms) und Thomas von Keitz gehörten. Bereits zur Rennhälfte hatte sich von Keitz von seinen Mitläufern abgesetzt. Der Spitzenläufer des in diesem Jahr neu gegründeten Laufteams „Die Vulkanläufer“ aus dem östlichen Vogelsberg absolvierte die beiden letzten Runden im Alleingang und blieb in 1:19:38,1 Stunden als Einziger unter der 1:20er Grenze. Auch Tilo Heller strebte zum Ende des Halbmarathons alleine dem Ziel entgegen. Für ihn blieben die Uhren bei 1:20:44,6 Std. stehen, womit er in Anbetracht der Temperaturen mehr als zufrieden sein durfte. Hinter Björn Feierabend (1:21:45,0) lief Gernot Leschinger 13 Sekunden später auf Platz vier.
Mit dem dem derzeitigen Spitzenreiter der Laufserie Oberhessen in der Hauptklasse, Hans-Jürgen Schremmer (TSV Friedberg-Fauerbach/1:24:01,5) und dem Rainröder Achim Schmidtmeister (1:24:03,1) kamen auf den Rängen sieben und acht zwei weitere heimische Starter unter die ersten zehn. Ein starkes Rennen liefen auch die beiden „Youngster“ Michael Maurer (TV Rainrod/1:25:50,4) auf Platz zwölf und Dennis Mickel (SSC Hanau-Rodenbach/1:27:09,6) auf Platz 15. Gesamtzehnte war bereits die Frauensiegerin Claudia Hille (1:24:31,4). Die Griesheimerin siegte vor ihrer Teamkollegin Inge Siegl (1:27:03,5), die ebenfalls als Gesamt-16. noch „kräftig bei den Männern mitmischte“. Platz drei ging an Petra Neukirch (SKG Roßdorf/1:32:22,8). Schnellste Frau der Oberhessen-Region war diesmal Annette Hübner (Milon Sport Hirzenhain/1:44:51,1) auf dem sechsten Platz, gefolgt von Christa Bachmann (TV Echzell 1:46:21,1), Edwina Noss-Wittig (KSV Klein-Karben/1:48:35,8), Ilona Schäfer (LT Florstadt/1:49:10,1) und Ute Rebe (TV Echzell/1:50:42,5), die in dieser Reihenfolge die Plätze sieben bis zehn belegten.
Das 10000-Meter-Rennen war eine sichere „Beute“ des Hammelburgers Markus Unsleber, der in 33:49,1 Minuten eine gute Minute Vorsprung auf die beiden Frankfurter Adrian Wodniok (34:43,3 Minuten) und Frank Zimmer (34:48,0) herauslief. Abdel Graine (TuS Griesheim), vor vielen Jahren einmal in den Reihen des TGV Schotten, lief auf Platz sieben (35:43,5). Von den heimischen Läufern schaffte diesmal keiner einen Rang unter den ersten Zehn. Schnellster war der für das Laufteam Wallernhausen startenden Markus Goll als Elfter (36:29,9), der Friedberg-Fauerbacher Ralf Pfaff (37:09,3) wurde 13. Bester Schottener Läufer war Dirk Tredup (38:54,2), der verletzungsbedingt etwas unter seinen Möglichkeiten blieb.
Im Feld der Frauen schaffte die Offenbacherin Martina Maul nach ihren Siegen bei den Stadtläufen in Nidda und Gedern den dritten Erfolg innerhalb von 14 Tagen in der oberhessischen Region. Die erst 16-jährige Nachwuchsläuferin gewann am Ende deutlich vor Alexandra Bott (SSC Hanau-Riodenach/38:15,9 Minuten) und Meike Wallow (Blau-Gelb Marburg/39:26,1). Die bereits 50-jährige Linda Englhardt vom TV Waldstraße Wiesbaden blieb als Vierte in 39:39,5 Min. ebenfalls noch unter der 40-Minuten-Marke. Annette Straub (SSC Hanau-Rodenbach), derzeit Führende in der Seniorinnen-I-Wertung der Laufserie Oberhessen, lief auf Platz elf in 42:52,6 Minuten.
Der Wettbewerb über 5000 Meter entwickelt sich immer mehr zu einem Nachwuchsrennen. Mit 46 von 75 Startern hatten die 15-jährigen und jüngeren Läuferinnen und Läufer ein deutliches Übergewicht. Nach einer Stauseerunde gewann der 21-jährige Hanau-Rodenbacher Lienhard Hersel in guten 16:53,6 Minuten. Zweiter in – für sein Alter ausgezeichneten – 17:07,7 Minuten wurde der erst 14-jährige Tobias Fischer (SF Blau-Gelb Marburg) vor Florian Schäfer (LG Altenstadt/17:16,0), dem mehrmaligen Sieger der Jugendwertung der Laufserie Oberhessen.
Mit dem vierten Gesamtplatz in 17:38,4 Minuten bestätigte der Gederner Sorin Onetiu als Sieger der 15-jährigen Schüler sein Lauftalent. Bei den Läuferinnen belegten drei Schülerinnen die ersten Plätze. Es siegte Natascha Schmitt (LG Eintracht Frankfurt/20:12,4) vor Kerstin Straub (SSC Hanau-Rodenbach/20:34,9) und der erst elfjährigen Lisa Hübner (LG Eintracht Frankfurt/20:54,9).