Lokal-Sport - Artikel vom 05.06.2001

12. Geiß-Niddaer Dorflauf

Lokalmatadorin blieb nur knapp unter Streckenrekord

GEISS-NIDDA (sw). Mit klaren Favoritensiegen endete die zwölfte Auflage des Geiß-Niddaer Dorflaufes. Beim fünften Wertungsrennen der diesjährigen Laufserie Oberhessen um den Sparkassen-Cup in Verbindung mit der Läufer-Hitliste des Kreis-Anzeigers liefen bei feucht-kühler Witterung die Lokalmatadorin Silke Welt und Alexander Hempel (TV Rendel) schon kurz nach dem Startschuss durch Niddas Bürgermeisterin Lucia Puttrich der Konkurrenz auf und davon.
In 38:57,5 Minuten blieb die Geiß-Niddaerin, die seit einigen Jahren für den SSC Hanau-Rodenbach startet, nur eine halbe Minute über ihren Streckenrekord aus dem Jahr 1995. „Ich war heute sehr zufrieden. Damals habe ich noch viel mehr trainiert und heute war ich trotzdem kaum langsamer“, so die Grafik-Designerin, die in diesem Jahr wohl kaum noch bei den Oberhessen-Läufen zu sehen sein wird. Nach einer zweimonatigen, gesundheitlich bedingten Pause, will sie im Spätsommer wie im Vorjahr den Jungfrau-Marathon bestreiten.
Alexander Hempel wollte diesmal überhaupt keinen Zweifel aufkommen lassen, wer „Chef“ auf der Geiß-Niddaer Dorfrunde ist. Im Alleingang - nur gegen die Uhr - brauchte der Rendeler bei seinem vierten Sieg in Folge innerhalb von 14 Tagen 34:15,6 Minuten für die 10000-Meter-Distanz und war damit eine halbe Minute langsamer als Vorjahressieger Thomas Seibert (SSC Hanau-Rodenbach). Erneut vertraute Tilo Heller (TV Echzell) auf seine Blitzstarttaktik. Aus dem Verfolgerfeld heraus heftete sich diesmal aber Carsten Freymann (TV Kefenrod) an die Fersen des Wannkopfläufers. Eingangs der dritten und letzten Runde, vorbei an der idyllischen Dorflinde, hatte der Kefenröder dann einen kleinen Vorsprung gegenüber Tilo Heller herausgelaufen und an dieser Reihenfolge änderte sich auf den letzten 3000 Metern nichts mehr.
Lange Zeit blieb dahinter eine kompakte Verfolgergruppe beisammen. Hans-Jürgen Schremmer, der seine Gesamtführung in der Hauptklasse verteidigte, Bernd Keuchler (beide TSV Friedberg-Fauerbach), die beiden Schottener TGV-Läufer Dirk Tredup und Andreas Dillemuth, der immer mehr nach vorne drängende Dennis Mickel (LG Ranstadt-Mockstadt) und Gernot Leschinger (TV Echzell) beäugten sich lange Zeit wie bei einem Radrennen. Erst auf der letzten Schleife wurde dann „das Klassement gemacht“. Im Kampf um die Krone bei den Senioren I sicherte sich diesmal Bernd Keuchler die Maximalpunktzahl mit fünf Sekunden Vorsprung vor Dirk Tredup. Beide liegen mit 398 Wertungszählern aus vier von fünf möglichen Rennen jetzt gleichauf und bei den weiteren Läufen ist damit für viel Würze gesorgt. Spitzenreiter bei den über 40-Jährigen Läufern ist nach wie vor Hans Kopetsch von der LG Rosbach-Rodheim vor Lothar Schelenz (LLT Wallernhausen). Stark zu beachten bei den Senioren I ist auch der Florstädter Uwe Kern als Dritter der Tageswertung und Gesamtelfter. Der Florstädter war gegenüber dem Hans-Nachtmann-Lauf vor Wochenfrist immerhin um fast 70 Sekunden schneller. Das gleiche Kunststück gelang auch Dennis Mickel, der in 36:29,7 Minuten als Zweiter der Hauptklasse auf den Gesamtplatz acht lief. Als schnellster Starter dess Wallernhäuser Langlaufteams schloss Markus Goll die Gruppe der ersten Zehn ab.
Von den Senioren-II-Läufern hatte Saison-Seriensieger Wolfgang Lingenau nicht seinen besten Tag erwischt. Den Tagessieg schnappte dem aber weiter in der Gesamtwertung führenden Rosbacher-Rodheimer der Altenstädter Harald Chalupa weg, der sich in 38:17,1 Minuten immerhin den 16. Platz in der Gesamtwertung sicherte. Wolfgang Lingenau (38:29,7/18.) und der dritte „50iger“, Michael Richter vom ASC Dillenburg (38:43,0/20.) blieben aber ebenso unter der 39iger-Grenze. Sehr spannend ging es in der Senioren-III-Klasse zu. Vor heimischer Kulisse siegte bei den über 60-Jährigen Läufern Dieter Gröning in beachtlichen 45:27,5 Minuten. Der Geiß-Niddaer blieb allerdings nur um fünf Sekunden vor Peter Beuttler (LG Rosbach-Rodheim); weitere 14 Sekunden später folgte der Echzeller Klaus Taggesell, der beim Hans-Nachtmann-Lauf wegen Kniebeschwerden vorzeitig aufgeben musste. In der Teamwertung sammelten die Echzeller Wannkopfläufer Heller, Leschinger und Moszczynski mit dem Tagessieg wertvolle Zähler gegenüber den Friedberg-Fauerbachern Keuchler, Schremmer und Jung, die aber ihre Gesamtführung verteidigten. Platz drei belegte der TV Kefenrod mit Freymann, Reutzel und Lutz.
Nicht das schnellste, aber mit Abstand das jüngste Team schickte der TV Rainrod ins Rennen. Auch ohne ihren Spitzenläufer Achim Schmidtmeister liefen Michael Maurer (Jahrgang 1980), der erstmals eingesetzte Lars Peeck (1983) und Christoph Reichmann (1977) auf den achten Platz. Bei den Frauen sind die Seniorinnen I das Maß aller Dinge. Hinter Silke Welt belegten Annette Straub (LG Altenstadt), Johanna Schenzielorz (LF Biebergemünd) und Birgit Nammert (LG Ranstadt/Mockstadt) die nächsten Plätze. Auch Evelyn Latta (LG Altenstadt), die diesmal fehlte, hat diese Leistungsstärke. Erst auf Platz fünf lief mit Anette Hübner (Milon Sport Hirzenhain) die zweite Vertreterin der Altersklasse W30. Die zwei weiteren W-40-Läuferinnen Christa Bachmann (TV Echzell/6.) und Astrid Betz (TV Düdelsheim/8.), die beiden Jugendlichen Kerstin Straub (LG Altenstadt/7.) und Juliane Jäger (TSV Friedberg-Fauerbach/10.) sowie die Schottener TGV-Läuferin Silke Tredup (9.) vervollständigten die ersten zehn Platzierten. Rang elf ging an die W-50-Siegerin Elvira Kling (LT Karben), die damit weiterhin souverän den Seriensieg bei den Seniorinnen II anstrebt. In der Teamwertung hatten erneut die Altenstädter LG-Läuferinnen mit Annette und Kerstin Straub sowie Petra Theiss die Nase vorn. Auf Platz zwei lief das Trio Birgit Nammert, Ilse Strecker und Linda Dietz-Carl von der LG Ranstadt/Mockstadt.